Magma und Sweaty sind alte und neue Vizeweltmeister

Von: cp

Anders als für die deutsche Fußball-Nationalelf bei der WM in Russland verliefen die Vorrundenspiele bei der WM der fußballspielenden Roboter für die zwei Offenburger Teams Magma und Sweaty von Beginn an äußerst erfolgreich. Beide konnten auch die Viertel- und Halbfinalspiele für sich entscheiden und schafften es ins Finale. Am Donnerstagnachmittag trafen sie dort auf die Titelverteidiger des letzten Jahres.

Nach einem glänzenden 8:0 Halbfinal-Sieg gegen das iranische Team IRC musste sich Sweaty im Endspiel mit einem knappen 2:0 gegen Weltmeister NimBro geschlagen geben. Zwar zeichnete sich in den Vorrundenspielen ab, dass der Offenburger humanoide Roboter im Vergleich zum letzten Jahr wesentlich stärker geworden ist. Aber auch NimbRo von der Universität Bonn hat sich deutlich verbessert. „Die Analyse des Spiels des Weltmeisters im Halbfinale zeigte, dass Sweaty mit den verfügbaren Programmen keine großen Chancen auf einen Sieg hatte“, so die Einschätzung von Teamleiter Prof. Ulrich Hochberg. In der Nacht zum Finaltag überarbeitete deshalb das Team um Fabian Schnekenburger und Stefan Glaser die Taktik und stellte Sweaty defensiv auf. „Das wäre die einzige Möglichkeit gewesen, den technisch überlegenen Weltmeister zu schlagen“, erklärt Prof. Hochberg den Strategiewechsel. Der Spielverlauf gestaltete sich dann wenig dynamisch, da Sweaty energisch sein Tor verteidigte und die Gegenangriffe nicht erfolgreich waren. „Am Ende fehlte dann leider das nötige Glück, um zu gewinnen“, so Prof. Hochberg zum Spielverlauf.

 

Prof. Michael Wülker freut sich trotz der Niederlage über die Leistungssteigerung von Sweaty: „Drei Vizeweltmeistertitel in Serie sind keine Selbstverständlichkeit und sind ein Zeichen für unsere technische Weiterentwicklung. Mit 0:2 hat das Team den Torabstand gegenüber NimbRo stark verringert und viel besser als in Japan gespielt. Sweaty hat großartig das Tor geblockt und verteidigt. Im nächsten Jahr müssen wir direkter und aggressiver spielen, um die Bonner nicht nur zum Schwitzen zu bringen, sondern auch zu bezwingen.“ Eins ist sicher, das Bonner und das Offenburger Team würden sich auf eine Revanche in Sydney 2019 freuen. Aber dazu müssen sich beide 2019 gegen die schnell wachsende Konkurrenz aus Peking und Seoul durchsetzen.

Team Magma gewinnt die Technical Challenge

Auch beim Team Magma, das in diesem Jahr bereits das Robotica-Fußball-Turnier der Simulationsliga in Portugal gewonnen hat, haben sich die gute Vorbereitung und die technische Überarbeitung ausgezahlt. Nach einem Halbfinal-Sieg gegen Portugal trafen die Offenburger im Endspiel auf den Vorjahresgewinner aus den USA, der auch in diesem Jahr als großer Favorit gehandelt wurde. „Nach einer schweren Schlappe von 0:7 in der Vorrunde konnte sich das Team im Finale immerhin noch auf ein 0:2 steigern. Zwei knallharte Schüsse des Weltmeisters aus Texas waren für den Torwart allerdings unhaltbar“, resümiert Teamleiter Prof. Klaus Dorer das Spiel. „Am Ende haben die zahlreichen Verbesserungen im Verlauf des Turniers so zwar den Abstand verkürzt, reichten allerdings nicht mehr für den Sieg.“ Gefeiert wird trotzdem: Neben dem zweiten Platz im Hauptturnier hat das Offenburger Team zum ersten Mal die Technical Challenge gewonnen.

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