Exkursion zu EDEKA IT Services

Auf der Spur der Erdbeere

Im Rahmen der Vorlesung "Betriebliche Informationssysteme" hat Professor Dr. Jan Münchenberg mit Studierenden der Wirtschaftinformatik und Wirtschaftsinformatik-plus die IT-Abteilung von Edeka in Offenburg besucht. An dem Tag wurde klar: Ohne die IT geht in dem großen deutschen Handelsunternehmen nichts.

Es ist kühl in der großen Lagerhalle, es riecht nach Erdbeeren und zwischen den Regalen düsen unzählige Gabelstapler hin und her. Ameisen werden sie liebevoll genannt. Jeder Fahrer einer Ameise trägt ein Headset und ist verbunden mit einem komplexen IT-System, über das die Waren bei Edeka gesteuert werden. "Wir steigen immer über die IT-Abteilung ein, wenn wir uns Firmen anschauen", berichtet Professor Jan Münchenberg, der mit 25 angehenden Wirtschaftsinformatikern das Lagerlogistikzentrum der Edeka Südwest und deren IT-Abteilung besucht. Denn: "Von der IT-Abteilung geht alles aus, hier wird alles organisiert", erklärt Münchenberg.

Regelmäßige Besuche in IT-Abteilungen

Im Rahmen der Vorlesung "Betriebliche Informationssysteme" besucht er regelmäßig mit seinen Studierenden die IT-Abteilungen von Unternehmen in der Ortenau. "Diese Verzahnung von Theorie und Praxis gefällt mir gut, das ist eine super Idee", sagt Anastasia Brade, die im vierten Semester Wirtschaftsinformatik plus an der Hochschule studiert. Der Tag bei Edeka steht unter dem Motto "Wertschöpfung trifft Technologie ? Prozessoptimierung und Technologie als Motor des Konzerns". Die Studierenden erhalten einen vertieften Einblick in die Prozesse und Abläufe des Handelsunternehmens und lernen die dafür notwendigen IT-Lösungen kennen. "Die IT ist der Motor unseres Unternehmens", sagt David Willmann, Bereichsleiter "Übergreifende und Interaktive Services" bei Edeka Südwest. Man arbeite mit einer der modernsten SAP-Umgebungen, die es auf dem deutschen Handelsmarkt gebe, berichtet Willmann. Sie sorgt mitunter auch dafür, dass die frischen Erdbeeren nur kurz im Kühllager bleiben und das Logistikzentrum so schnell wie möglich wieder verlassen.

Anreiz für regionale Fachkräfte

Rund 160 Beschäftigte arbeiten an den Standorten des IT-Service von Edeka Südwest. "Wir haben ein neues und modernes Arbeitsumfeld gestaltet", sagt Willmann. In dem großen Büro gibt es eine offene Kommunikationsphilosophie, es gibt Besprechungsinseln und sogar einen Tischkicker. "Mit dieser modernen Umgebung möchten wir für regionale Fachkräfte einen Anreiz schaffen", sagt Willmann, der gerne in diesem Büro arbeitet. "Ein bisschen wie bei Google ist das hier bei uns", sagt er schmunzelnd. "Wir möchten, dass die Studierenden bei uns einen Einblick in die Praxis gewinnen, als regionaler und innovativer IT-Arbeitgeber suchen wir die Schnittstelle zu regionalen Bildungseinrichtungen sowie Nachwuchskräften."

Kontakte knüpfen für die Karriere

Bei den Exkursionen können die Studierenden erste Kontakte zu Firmen knüpfen und haben bereits Anhaltspunkte für eine spätere Bewerbung. "Durch die Exkursionen werden viele Hemmschwellen abgebaut", erklärt Professor Jan Münchenberg. Zudem soll der Masterstudiengang in Informatik, der an der Hochschule angeboten wird, auf lange Sicht berufsbegleitend aufgebaut werden. "Durch die Exkursionen können wir die Firmen untereinander gut vergleichen und herausfinden, welche vielleicht zu uns passen könnten", sagt Michael Wilson, der im sechsten Semester Wirtschaftsinformatik plus studiert. Dass auch hinter der Erdbeere, die am Ende im Handel im Kühlregal landet, viel IT steckt, wissen die Studierenden der Hochschule Offenburg nach dem Besuch im mehr als 220.000 Quadratmeter großen Edeka-Lagerlogistikzentrum.